BRAK-Mitteilungen 2/2026

82,8% 81,4% 62,7% 51,6% 43,7% 41,2% 23,3% 1,8% 7,9% Falsche Quellenangaben (sog. 'Halluzinieren') Fehlende juristische Präzision Verlust des menschlichen Urteilsvermögens Datenschutz Abhängigkeit von Technologie Status als Freier Beruf ist gefährdet Ich sehe keine Risiken Sonstiges, und zwar: Transparenzpflichten ggü. Mandanten 78,5% 73,5% 50,2% 38,0% 8,6% 5,0% Schnellere Recherche Effizienzsteigerung Kosteneinsparungen Verbesserung der Qualität juristischer Arbeit Ich sehe keine Vorteile Sonstiges, und zwar: Vorteile im Einsatz von KI im juristischem Bereich Mehrfachnennungen möglich: 708 Antworten von 279 Befragten Mehrfachnennungen möglich: 1.106 Antworten von 279 Befragten Risiken im Einsatz von KI im juristischem Bereich negativ an, während sich etwa 22 % für die neutrale Antwortmöglichkeit entschieden haben. Bei den Befragten, die selbst noch keine KI-basierten Anwendungen in der juristischen Praxis genutzt haben, zeigt sich ein anderes Bild: Etwa 47 % bewerten diesen Einsatz als neutral. Gleichzeitig erachten etwa 26 % den Einsatz von KI als negativ und etwa 27 % als positiv. Nicht nur die eigene Nutzung von KI spielt eine Rolle in der Bewertung des Einsatzes dieser in Kanzleien, sondern auch das Alter der Befragten. So sind es vor allem die Jüngeren, die den Einsatz von KI im Rechtsbereich grundlegend als positiv bewerten, während mit zunehmendem Alter der Befragten vor allem der Anteil an Personen zunimmt, der dem eher neutral gegenübersteht. Der Einsatz von KI im juristischen Bereich wird dahingegen von älteren Befragten eher kritisch gesehen. 2. CHANCEN UND RISIKEN BEIM EINSATZ VON KI Wie bereits zu Beginn dargelegt, verbinden viele mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz – egal ob im Arbeits- oder juristischen Kontext – Chancen, aber auch Risiken. Die Befragungsteilnehmenden konnten aus vorgegebenen Vorteilen und Nachteilen wählen, aber auch selbst eigene Aspekte anbringen. Grundlegend zeigt Abb. 2: Vor- und Nachteile sich dabei mit Blick auf die Fallzahl und den Antworten, dass tendenziell mehr Nachteile (1.106 Antworten von 279 Befragten) als Vorteile (708 Antworten von 279 Befragten) angegeben wurden (vgl. Abb. 2). Als Vorteile werden hier insb. die schnellere Recherche (78,5 %) und die Effizienzsteigerung (73,5 %) angesehen. Sowohl Kosteneinsparungen (50,2 %), als auch die Verbesserung der Qualität juristischer Arbeit (38 %) werden ebenso als vorteilhaft benannt. Gleichzeitig sind es jedoch auch etwa 9 % der Befragungsteilnehmenden, die keine Vorteile im Einsatz von KI sehen. Wenn nach Nachteilen bzw. Risiken im Einsatz von KI im juristischen Bereich gefragt wurde, gibt es kaum Personen, die darin keine Risiken sehen (1,8 %). Als besonders riskant werden falsche Quellenangaben (sog. Halluzinieren) (82,8 %) und fehlende juristische Präzision gesehen (81,4 %). Sowohl der Verlust des menschlichen Urteilsvermögens (62,7 %) als auch der Datenschutz (51,6 %) werden auch als nachteilig empfunden, rangieren hinsichtlich der Häufigkeit der Nennungen aber weiter hinten. Noch seltener wurden die Abhängigkeit von Technologie (43,7 %), die Transparenzpflichten gegenüber Mandanten im Rahmen der KI-Verordnung der Europäischen Union (41,2 %) und zuletzt die Gefährdung des Status als Freier Beruf (23,3 %) genannt. GENITHEIM/KÄÄB/SCHOLZ, DER EINSATZ VON KÜNSTLICHER INTELLIGENZ IN ANWALTSKANZLEIEN AUFSÄTZE BRAK-MITTEILUNGEN 2/2026 99

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