BRAK-Magazin Ausgabe 5/2026

WIE EIN NACHHALTIGER ERFOLG ALS VORTRAGSREDNER:IN GELINGT Rechtsanwältin Dr. Anja Schäfer, Karrierementorin für Juristinnen, Berlin Anwältinnen und Anwälte haben mehr Möglichkeiten, mit ihrer Expertise die Mandantschaft zu erreichen, die sie tatsächlich beraten und vertreten wollen, wenn sie als Expertin oder Experte sichtbar, anerkannt und bekannt sind. MACHEN SIE IHR KNOW-HOW SICHTBAR Es ist daher entscheidend, dass Sie Ihr Fachwissen ebenso wie Ihre praktischen Erfahrungen oder Ihre Persönlichkeit digital zeigen und, wann immer es passt, analog einbringen. Ihr Ziel sollte es sein, dass Sie den Personen, die Sie ansprechen wollen, in guter Erinnerung bleiben und damit „unverwechselbar und wiedererkennbar“ sind. Dann werden diese auf Sie zukommen, wann immer sie anwaltliche Beratung brauchen. Sichtbarkeit und Bekanntheit lässt sich beispielsweise über einen professionellen Auftritt im Web (Webseite usw.) oder über Ihr LinkedIn-Profil erreichen. Eine Alternative sind u.a. regelmäßige Publikationen oder einschlägige Interviews in der Presse zum Rechts-, Fach- oder Sachgebiet. WER GUT REDEN KANN, ÜBERZEUGT Öffentliche Auftritte wie Vorträge oder Keynotes sind eine weitere Möglichkeit für Anwält:innen, auf analoge Weise potentielle Mandant:innen, Kooperationspartner:innen oder Multiplikator:innen mit ihrem juristischen Fachthema oder auch ihrer Botschaft (dahinter) zu erreichen. Als Juristin oder Jurist gewinnen Sie diese Personen, indem Sie entweder mit Ihrem Thema, Ihrer Ausstrahlung oder mit beidem punkten. Die Wirkung des eigenen Auftretens wird oft unterschätzt. Obwohl wir aufgrund unserer beiden Staatsexamina wissen, dass Wissen erlernbar und damit kopierbar ist, bringen nicht alle Anwält:innen die eigene Persönlichkeit aktiv in den jeweiligen Auftritt mit ein. Egal, ob Sie bereits als Expertin oder Experte für ein bestimmtes Rechts- oder Fachgebiet im Markt gut bekannt sind und daher regelmäßig Vorträge halten, oder ob Sie sich erst als Speaker:in mit Ihrem Know-how positionieren: Es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie über das eigentliche Vortragsumfeld hinaus im Nachgang von Zuhörerenden angefragt, weiterempfohlen oder mandatiert werden, wenn Sie neben dem inhaltlichen Teil auch mit Ihrer Ausstrahlung überzeugen. Denn auch die stärksten Argumente machen eine schwache Darbietung nicht wett. ALS REDNER:IN SIND SIE EIN:E MEINUNGSBILDNER:IN Vorausgesetzt, Sie agieren bei Ihrem Auftritt nicht so wie alle anderen. Seien Sie mutig und trauen Sie sich, einen Unterschied – z.B. zu Ihren Vorredner:innen – zu machen und Ihre Marke ebenso wie Ihre Themen unverwechselbar und professionell zugleich auf die Bühne zu bringen. Positionieren Sie sich und machen Sie klare Statements. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass Sie für ein bestimmtes Thema oder eine ausgewählte Zielgruppe oder eine besondere Methode bzw. Strategie stehen. Darüber werden Sie immer wieder erkannt und entsprechend eingeordnet. Denn im Gegensatz zu Namen, die sich viele nur schlecht merken können, bleibt in Erinnerung, wofür Sie inhaltlich stehen und was Sie ausstrahlen. Haben Sie daher den Mut, authentisch und mit den richtigen Worten Ihre Meinung zu sagen und bestimmte rechtliche Fragen usw. entsprechend einzuordnen und zu bewerten. Auch auf die Gefahr hin, dass Sie dadurch von einigen aus dem Publikum abgelehnt werden. Alle starken Redner:innen haben eines gemeinsam: Sie werden nicht von allen gemocht. In Vortragssituationen steht für Sie nicht im Vordergrund, von jedem gemocht zu werden oder dass Ihre Rede durchweg Begeisterung auslöst. Es geht vielmehr darum, die Voraussetzungen zu schaffen, dass sich alle Zuhörerenden zu dem jeweiligen Thema eine eigene Meinung bilden und die von Ihnen aufgeworfenen rechtlichen Themen ebenfalls entsprechend einordnen und idealerweise auch bewerten kann. Denn nur, wenn Sie Menschen wirklich überzeugt – und nicht nur überredet – haben, werden diese den nächsten Schritt im Sinne eines Mandats oder einer Weiterempfehlung machen und Sie damit das Ziel hinter Ihrer Präsentation erreichen. Foto: Flickr/Nicdelcon – CC BY 2.0

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