wälte üblicherweise präsent sind? Diese Folge von (R)ECHT INTERESSANT! greift ein BGH-Urteil auf, das in der Anwaltschaft für reichlich Diskussion sorgt – bis hin zum Vorwurf der „Realitätsverweigerung in Karlsruhe“. Host Stephanie Beyrich spricht mit Rechtsanwalt Andr´e Haug, Vizepräsident der BRAK und Präsident der RAK Karlsruhe, über einen Fall, der zunächst nach Büroorganisation klingt, tatsächlich aber an Grundfragen des anwaltlichen Berufsrechts rührt. Ein Kollege wollte neben seiner Syndikustätigkeit als niedergelassener Anwalt arbeiten und gab als Kanzleiadresse ein Bürocenter an. Dort gab es ein Kanzleischild, Post wurde sicher verwahrt, die telefonische Erreichbarkeit war organisiert, Räume konnten bei Bedarf genutzt werden. Der AGH Berlin fand: zeitgemäß. Der BGH sagte: genügt nicht. Und damit beginnt die eigentliche Debatte: Was ist eine Kanzlei im digitalen Zeitalter? Ein Raum mit Aktenschrank? Ein Ort für vertrauliche Gespräche? Ein Anlaufpunkt für Rechtssuchende? Oder kann auch ein professionell organisierter Büroservice mit digitaler Arbeitsweise, Verschwiegenheitsvereinbarungen und flexibler Raumnutzung ausreichen? Lebendiger Schlagabtausch Beyrich bringt die digitale Praxis auf den Punkt: Mandate kommen per E-Mail, Unterlagen liegen elektronisch vor, Besprechungen finden per Video statt – und viele Mandantinnen und Mandanten möchten gerade nicht erst quer durch die Stadt fahren. Haug ordnet ein: Der BGH habe § 27 BRAO konsequent ausgelegt. Wenn das nicht mehr zur Lebenswirklichkeit passt, braucht es mehr als Empörung – nämlich eine saubere Diskussion darüber, welche Mindestanforderungen an eine Kanzlei heute wirklich noch notwendig sind. Aus der Frage nach Coworking und Bürocenter wird schnell eine Debatte über Nachwuchs, Gründungshürden, Zugang zum Recht und die Zukunft anwaltlicher Tätigkeit. Muss man erst Räume anmieten, bevor man loslegen darf? Ist ein ständig besetzter Office-Service manchmal sogar verlässlicher als die klassische Einzelkanzlei? Und wie viel „Ort“ braucht anwaltliche Vertrauensarbeit künftig noch? Folge „Kurz & knackig“ Deine Show, Deine Regeln! Mit Beschwerdespecial ⏐Viola Hiesserich Wer bestimmt eigentlich die Regeln der Anwaltschaft? Und was tut man, wenn plötzlich eine Beschwerde der Kammer im Briefkasten liegt? In der neuesten PodcastFolge spricht Rechtsanwältin Viola Hiesserich, Mitglied der Satzungsversammlung und Vorstandsmitglied der RAK Hamm, über Mitgestaltung und Berufsrecht und gibt einen Blick hinter die Kulissen anwaltlicher Selbstverwaltung. Deine Show, Deine Regeln! Satzungsversammlung – klingt trocken? Ist es aber ganz und gar nicht. Denn dort werden zentrale Fragen des anwaltlichen Berufsrechts diskutiert und mitgestaltet: von Änderungen bei den Fachanwaltschaften über Themen wie Legal Tech und KI bis hin zur Frage, ob und wie die Kanzleipflicht noch zur heutigen Berufswirklichkeit passt. Viola Hiesserich erklärt, warum die Satzungsversammlung das „Parlament der Anwaltschaft“ ist, wie ihre Ausschüsse arbeiten, welche Themen zuletzt besonders kontrovers waren – und was als Nächstes auf die Agenda rücken könnte. Dabei geht es u.a. um eine mögliche Fachanwaltschaft für Opferrechte, den Umgang mit neuen Technologien und die Frage, wie viel anwaltlicher Alltag heute eigentlich noch analog ist. Was tun bei Beschwerden? Und dann wird es praktisch: Was tun, wenn die Kammer eine Anhörung zu einer Beschwerde schickt? Wie sollte man reagieren – und wie besser nicht? Hiesserich nimmt die Hörerinnen und Hörer mit in die Beschwerdeabteilung und erklärt, warum in solchen Fällen vor allem eines gilt: Erst einmal Ruhe bewahren. Nicht jede Beschwerde führt zu einer Rüge – und oft hilft schon der nüchterne Blick ins Gesetz. Selbstverwaltung: Anwält:innen können mitbestimmen Die Folge zeigt anschaulich, dass Berufsrecht keine abstrakte Materie ist, sondern den anwaltlichen Alltag unmittelbar prägt. Und sie macht deutlich: Wer anwaltlich tätig ist, kann mehr mitbestimmen, als viele denken – sei es über Wahlen, Kammerarbeit oder Engagement in der Satzungsversammlung. Außerdem ein klarer Appell von Viola Hiesserich: Wahlen nicht verstreichen lassen, sondern mitmachen! Denn wer abstimmt, entscheidet mit, wer die Anwaltschaft vor Ort und auf Bundesebene mitgestaltet. Eine Folge für alle, die nicht nur anwaltlich arbeiten, sondern den Beruf auch mitprägen wollen. (R)ECHT INTERESSANT! SPEZIAL #GG – Grundgesetz WOW! „Grundgesetz WOW!“ – Eine Erklärserie von GrundGesetzVerstehen e.V. und (R)ECHT INTERESSANT! mit einem fundierten, verständlichen und praxisnahen Zugang zu den Grundrechten. Jede Episode nimmt einen Artikel aus dem Grundgesetz unter die Lupe – von Religions- und Meinungsfreiheit über Antidiskriminierung bis zu den Grundrechten in der EU – jenseits von juristischem Fachjargon, dafür mit klarem Alltagsbezug und fachlich fundierter Einordnung. Expertinnen und Experten von GrundGesetzVerstehen e.V. beantworten zentrale Fragen, erklären Hintergründe und zeigen auf, wie das Grundgesetz unseren Alltag prägt. Ob für Schülerinnen und Schüler, interessierte Bürgerinnen und Bürger oder Fachpersonen aus dem juristischen Umfeld – dieses Format schafft Zugänge und Perspektiven, die informieren und zum Nachdenken anregen. Nun startete eine 2. Staffel hier wird es konkreter. BRAK-MITTEILUNGEN 3/2026 AKTUELLE HINWEISE XVIII
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