FACHGESPRÄCH MIT EINER DELEGATION DES CHINESISCHEN NATIONALEN VOLKSKONGRESSES Am 25.11.2025 fand ein Fachbesuch einer Delegation des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses der VR China mit dem Schwerpunkt Insolvenzrecht statt. Die Delegation wurde von der Botschaftsrätin Frau Wang begleitet. Auf deutscher Seite wurde das Programm von Swetlana Schaworonkowa, BRAK-Referentin für die Region Asien-Pazifik, koordiniert und begleitet. Die fachliche Betreuung und inhaltliche Ausgestaltung des Termins übernahmen die Rechtsanwältinnen Katharina Gerdes, Mitglied des Ausschusses für Insolvenzrecht der BRAK, sowie Fiona Ehestädt, Insolvenzverwalterin und Partnerin einer auf Insolvenzrecht spezialisierten Kanzlei. Zu Beginn des Programms stellte Swetlana Schaworonkowa die Aufgaben, die Struktur und die Arbeitsweise der BRAK vor und beantwortete Fragen der Delegation. Im anschließenden fachlichen Teil gaben Katharina Gerdes und Fionoa Ehestädt einen umfassenden Überblick über das deutsche Insolvenzrecht sowie über die wichtigsten gesetzlichen Entwicklungen der vergangenen 20 Jahre. Darüber hinaus erläuterten sie das System der Insolvenzverwaltung, die Bedeutung und den Ablauf von Vorverhandlungen zur Unternehmenssanierung, die Einbindung potenzieller Investorinnen und Investoren sowie die Rangfolge der Forderungsbefriedigung im Insolvenzverfahren. Ergänzend berichteten sie über besondere praktische Erfahrungen und institutionelle Abläufe. Die Delegation zeigte besonderes Interesse an der Rangfolge der Gläubigerinnen und Gläubiger, an insolvenzrechtlichen Fragestellungen bei kleinen und mittleren Unternehmen sowie an Sonderregelungen für Finanzinstitute und international tätige Großunternehmen. EMPFANG EINER DELEGATION DER KONRADADENAUER-STIFTUNG AUS DEM LIBANON Am 28.11.2025 empfing die BRAK eine Delegation des Rechtsstaatsprogramms Naher Osten und Nordafrika der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. Es nahmen 14 Anwältinnen und Anwälte, Richterinnen und Richter sowie Staatsanwälte aus dem Libanon, sowie der neue Leiter des Rechtsprogramms, Hans-Jörg Dietsche, und der Programmmanager, Paul Saadeh, teil. Vizepräsident Andr´e Haug begrüßte die Delegation im Namen der BRAK und führte gemeinsam mit Riad Khalil Hassanain in das Thema der Selbstverwaltung ein. Interessierte Fragen und eine spannende Diskussion zum Aufbau und den Schutzmechanismen der Selbstverwaltung folgten. IRZ-VERANSTALTUNG ZU ALTERNATIVEN STRAFEN UND ALTERNATIVEN ZUR U-HAFT Am 3.12.2025 fand in den Räumlichkeiten der BRAK in Berlin eine von der Deutschen Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit e.V. (IRZ) gemeinsam mit der BRAK organisierte Informationsveranstaltung im Rahmen einer Studienreise von Delegationen aus Algerien, Marokko, Tunesien, Ägypten und Mauretanien statt. Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Strafrecht und Strafvollzug, insb. Fragen der Strafzumessung, die Implementierung alternativer Strafen sowie Möglichkeiten zur Vermeidung von Freiheitsentzug. Zentrale Themen waren die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Strafvollstreckung, Alternativen zur Untersuchungshaft, die Aussetzung der Strafe zur Bewährung und Vollzugslockerungen. Erfahrungsberichte aus Deutschland und den beteiligten Partnerstaaten gaben Einblicke in die Einführung und Kontrolle alternativer Sanktionen wie gemeinnütziger Arbeit, elektronischer Überwachung und Bewährungshilfe. Ebenso standen institutionelle und rechtliche Voraussetzungen zur Umsetzung solcher Reformen sowie die Stärkung rechtsstaatlicher Standards im Vollzug im Fokus der Diskussionen. Die Veranstaltung, moderiert von Maximilian Müller, LL.M., Mitglied des StPO-Ausschusses der BRAK, förderte einen intensiven fachlichen Austausch und die länderübergreifende Vernetzung von Expertinnen und Experten aus Justiz und Verwaltung. VIRTUELLER RUNDER TISCH MIT VIETNAM Im Rahmen des deutsch-vietnamesischen Rechtsstaatsdialogs informierten das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und die Deutsche Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit e.V. (IRZ) die Programmpartnerinnen und -partner am 3.12.2025 über den Stand der Umsetzung des laufenden Jahresarbeitsprogramms mit dem vietnamesischen Justizministerium und stellten ihre Planung für die zukünftige Zusammenarbeit vor. Deutschland und Vietnam haben 2011 eine strategische Partnerschaft geschlossen mit dem daraus resultierenden deutsch-vietnamesischen Rechtsstaatsdialog beider Länder. Deutschland pflegt mit mehreren Staaten derartige Partnerschaften. Ziel dieser Initiativen ist es, Anreize für den Aufbau und die Durchsetzung von rechtsstaatlichen Strukturen in den Partnerländern zu schaffen. So werden auch in Vietnam unter dem Leitgedanken der Rechtsstaatsförderung die Reformen der Justiz und des Rechtssystems durch verschiedene deutsche Organisationen gefördert. Die BRAK leistet hier einen wichtigen Beitrag gemeinsam mit ihrer langjährigen Partnerorganisation, der IRZ. Themenschwerpunkte sind dabei die strafrechtliche Praxis, wirtschaftsrechtliche Problemstellungen aber auch der Aufbau einer anwaltlichen Selbstverwaltung und berufsrechtliche Fragestellungen. DELEGATIONSREISE NACH INDIEN Die BRAK unterhält bereits seit mehreren Jahren Kontakte zur Bar Association of India (BAI). Im Rahmen des 6. Internationalen Anwaltsforums unterzeichnete die BRAK mit der BAI am 23.4.2025 ein Memorandum of Understanding (MoU – unverbindliche Absichtserklärung). Um den MoU nun mit Leben zu füllen, fand vom 3. bis zum 7.12.2025 eine Delegationsreise nach Chennai in Indien statt. Anlass der Reise war die Teilnahme AUS DER ARBEIT DER BRAK BRAK-MITTEILUNGEN 1/2026 47
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